Ein besonderer Adventskalender

Für unsere Kampagne „Gelber Hund braucht Freiraum/Gulahund“ gibt es eine beliebte und erfolgreiche Aktion „Ihr für uns – Wir für Euch“. Hier unterstützt Ihr uns, in dem Ihr für uns unsere Kampagne verbreiten helft und wir Euch (Eure Shops, Eure Blogs, Eure Praxen, Hundeschulen….) dafür auf all unseren Medien als Dankeschön bewerben.
 
Im Rahmen dieser unbezahlten Kooperationsaktion darf ich Euch heute von einem wundervollen Produkt berichten:

Schnauzberts Winterreise – Der Adventskalender für Dich und Deinen Hund

Mein erster Gedanke bei der Anfrage für diesen Produkttest war, braucht man das wirklich? Aber dann habe ich die Beschreibung gelesen und die ließ mich neugierig werden:
…mit Schnauzbert mehr Achtsamkeit und Entspannung in die Mensch-Hund-Beziehung bringen…

Als erstes kann ich sagen, dass ich schon beim Auspacken von diesem wundervoll gestalteten Kleinod angetan war.
Bereits die Box ist so liebevoll und hübsch kreiert, dass schon Vorfreude aufkommt, wenn man sie nur in den Händen hält. Bereits bevor man die Box öffnet, fallen rundherum schon wichtige und beachtenswerte Hinweise auf:

• Umweltfreundliche Rohstoffe
• Regionale Partner
• Nachhaltige Aufforstung
• Klimaneutrale Produktion
• Jede Box pflanzt einen Baum

Das heißt, dass diese Box mehr als nachhaltig und komplex durchdacht ist.
Für jede verkaufte Box wird ein Baum gepflanzt, damit wird dieser Kalender am Ende eine positive Bilanz für das Klima haben. Durch die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern können Lieferwege verkürzt und die Quellen besonders geprüft werden. Förderwerkstätten sorgen für die Konfektionierung und den Versand.

Auf jeden Fall hatte ich richtig Lust, diese hübsche Box zu öffnen und war sehr neugierig, was mich drinnen erwarten würde.
Die liebevolle Gestaltung geht auch im Innenraum weiter und bleibt bis ins letzte Detail erhalten.

In der Box befindet sich:

  • Ein Spielplan
  • Ein Bogen Aufkleber mit Fußabdrücken
  • Die Hauptsache – nämlich das Adventskalenderbuch, welches durch die komplette Reise führt
  • Ein Fläschchen Lavendelöl
  • Ein Leinensäckchen
  • Eine Holzspielfigur
  • Ein Holzspatel
  • Ein Kugelschreiber aus Holz

Diese Dinge werden Euch auf Eurer Reise begleiten.

Der Spielplan ist Eure Reiseroute. Eine kleine bildliche Anleitung erklärt den einfachen Aufbau, damit Ihr starten könnt. Die kleinen Holzfiguren, die Euch und Euren Hund symbolisieren, sind schnell zusammengesetzt und wandern auf dem Spielplan immer einen Tag weiter. So könnt Ihr auch optisch Euren Reiseweg wahrnehmen.

„Türchen“ sucht man in diesem Adventskalender allerdings vergebens. Diese gibt es in Form von doppelten Buchseiten, die mit dem kleinen Holzspatel ganz leicht an der Perforation zu öffnen sind.

Nach einer kurzen Einführung auf den ersten zwei Seiten geht es auch direkt mit dem 1. Tag Eurer Reise los.

Aber was erwartet uns nun in einem Adventskalender ohne Türchen und ohne den üblichen Inhalt, der meist Tier und Mensch die Wartezeit auf den Weihnachtsmann im wahrsten Sinne des Wortes „versüßen“ soll.

Hinter der Idee von Schnauzberts Winterreise steht ein ganzes Konzept, welches mit erfahrenen Hundetrainern und Kommunikationsexperten erarbeitet wurde, dabei aber keiner bestimmten Methode unterliegt. Der Raum für Eure Individualität bleibt komplett erhalten.

Ihr geht gemeinsam mit Eurem Hund auf eine Reise für mehr Verbundenheit und partnerschaftliches Miteinander. Vollkommen ohne Gewalt und Druck.
Ihr lernt, Euren Hund zu beobachten, ihn zu lesen und erarbeitet gemeinsam einen entspannten Weg zu mehr Achtsamkeit. 

Ich habe schon mal ein wenig gelunscht für Euch und ich kann sagen, dass die Übungen und Impulse wirklich schön sind und halten, was sie versprechen.

Ein klassischer Adventskalender endet allerdings nach 24 Tagen – mit dem Erreichen des Höhepunktes, des Weihnachtsfestes.
Schnauzberts Winterreise macht auch hier eine Ausnahme – er begleitet Euch und Euren Hund ganze 31 Tage, also den ganzen Dezember hindurch bis Silvester.
Das hat auch seinen Grund, denn nicht ganz zufällig ist hier der Weg das Ziel: Die täglichen Impulse bringen Euch von Anfang an in die Richtung eines entspannten Jahreswechsels für Euch beide.

Viele Hunde haben mit Silvester Probleme und so können wir oft nicht sorglos auf diese Zeit blicken.
Schnauzberts Winterreise kann Euch dabei helfen, dass dieses Jahr Silvester schöner für Euch wird.
Das soll aber ganz und gar nicht heißen, dass dieser Adventskalender nur etwas für Hunde ist, die bereits eine Silvester-Angst (Geräuschangst) haben. Vorbeugung ist besser als Heilen… Je mehr Ihr als Team über das Thema Entspannung, Achtsamkeit und den Weg dorthin wisst, desto besser… und auch nicht nur für Silvester…

Im Dezember gibt es ja immer viel zu tun und so ist diese Zeit für Viele doch eher stressig als erholsam. Nun heißt es in der Winterreise mit jeder Buchseite ein weiterer Schritt auf Eurer Reise…
Keine Angst, dieser gemeinsame Spaziergang mit Eurem Hund wird Euch nicht zusätzlich stressen. Man kann ihn ganz entspannt angehen und ihn getreu seinem Motto sehr gut zur Entschleunigung nutzen. Und sollte ein Tag mal keine Zeit sein, ist das auch nicht schlimm, es wirft Euch keinesfalls zurück, denn das Ziel ist nicht statisch festgelegt. Im Gegenteil, die Zeit, die Ihr Euch und Eurem Hund mit diesem Kalender widmet, ist absolute „Quality Time“ für Euch beide.     

Mein Fazit:
Ich habe zwar gelunscht und mir die Kalenderblätter schon einmal für Euch und diese Rezension angesehen, aber ich habe sie für mich aufgehoben. Auch wenn ich eine erfahrene Trainerin bin, die in der Regel anderen Hundehaltern genau das vermittelt, was Thema und Inhalt von Schnauzberts Winterreise ist, haben mich die Übungen und vor allem die Texte und überhaupt diese ganze liebevolle Gestaltung der ganzen Reise wirklich auf eine solche mitgenommen. Ich werde also am 01.Dezember selbst mit meinen drei Damen auf diesen Spaziergang gehen und ich möchte ihn wirklich jedem ans Herz legen. Mit Schnauzberts Winterreise hat man wirklich einen ganz besonderen Adventskalender.  

und er eignet sich auch als Geschenk, denn man kann eine schöne Grußkarte dazulegen lassen.
Ich wünsche Euch viel Spaß bei einem Spaziergang in 31 Tagen zu mehr gemeinsamem Verständnis und ein entspanntes Silvester.

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Die Sache mit den kostenlosen Ratschlägen…

Also vorweg – ich bin die Letzte, die keine Ratschläge mal eben schnell gibt, wenn es die Situation erfordert, egal in welchem Bereich meiner Tätigkeit und mache es auch durchaus gern und doch gibt es ein kleines Aber und von dem möchte ich hier berichten.

Es kommt nicht selten vor, dass man, gerade, wenn man Fachbereiche betreut, mal schnell eben gefragt wird –

kannst Du mal….

sage mal…

was soll ich machen…

kann ich das und das tun…

was meinst Du…

was könnte das sein…

…diese Liste ist nach Belieben erweiterbar.

Natürlich schenke ich allen diesen Anfragen aufrichtige Beachtung und beantworte sie auch wirklich meistens zeitnah und vor allem – nach bestem Wissen und Gewissen.

Was auch und in besonderem Maße, wie ich finde, heißt, mit voller Kraft meiner Ausbildung, meines Könnens und Wissens und meinen Erfahrungen. Der Ratsuchende schöpft also in vollem Umfang aus einer sehr reichhaltigen Quelle.

Manchmal muss ich über einen Ratschlag nachdenken und manchmal auch nachlesen oder…, es kommt ganz auf die Frage an. Ich gebe also in diesen Ratschlag meine volle Energie. Es sind seriöse, fachlich fundierte Ratschläge. Manchmal ganz unabhängig von Tageszeiten oder Wochentagen.
Ich werde nie sagen, frage am Montag noch mal nach oder schreibe mir bitte während meiner Öffnungszeiten.
Die Wege zu mir sind kurz und einfach.

Nun gut, das klingt bis hierhin eigentlich ganz normal. Wo bleibt das Aber…

Das Aber kommt versteckt, sozusagen von hinten durch die Küchentür.

Das Aber ist die Frage, die sich mir inzwischen stellt nach vielen vielen Ratschlägen und viel Energie und Herzblut, welche in ihnen steckten. Die Frage ist folgende – was sind diese Ratschläge den Ratsuchenden eigentlich wert.

Denn es hat sich leider erwiesen, dass diese Ratschläge nicht nur kostenlos sind, sondern oft genug auch komplett umsonst. Und leider zeigt sich hier eine schleichende böse Tendenz nach oben.

Das ist nicht nur schade. Das ist, je öfter es vorkommt, sogar echt niederschmetternd…

Wie äußert sich das? Folgendermaßen: die Ratschläge sind erteilt. Ich freue mich, etwas Gutes getan zu haben, demjenigen geholfen zu haben, dem Tier, der Situation, wie auch immer.

Dann kommen keine Rückinformationen…  ok, denke ich dann meistens, dann war der Ratschlag der volle Erfolg, alles ist wieder gut, die kommen zurecht.

Dann kommen so Situationen, wo man dann doch mal nachfragt, ob alles ok ist, weil es mich natürlich ehrlich interessiert oder man sieht sich wieder oder es kommt doch mal eine Nachricht und dann muss man hören oder lesen…

Ach, wir haben das dann so und so gemacht…

Ach, da kam ja noch das und das dazu und wir haben dann…

Ach, wir sind dann doch zum Tierarzt und der hat gesagt…

Ach, das hat ja nicht geholfen, wir machen das jetzt so…

…auch hier lässt sich die Liste leider beliebig erweitern…

ähm – ok… ich stehe dann immer da und denke… warum erfahre ich das nicht? Warum wird nicht einfach erneut gefragt oder eine veränderte oder auch eben unveränderte Situation nicht erneut mit mir besprochen?

Bin ich auf Grund eines kostenlosen, für die meisten Menschen so nebenbei, erteilten Ratschlags keine weitere Information wert?
Habe ich nicht die Chance verdient, einen weiteren zu erteilen, weil ich sogar weiß, was hätte im nächsten Schritt getan werden müssen? Warum werde ich in der Luft hängen gelassen, wenn ich doch vorher ein so wichtiger Ansprechpartner war? Warum darf ich das Begonnene nicht zu Ende führen?

War ich nur der richtige Ansprechpartner, weil der Tierarzt noch zu oder tatsächlich Wochenende hatte…

War ich nur der richtige Ansprechpartner, weil mein Rat in diesem Moment kostenlos war?

War ich nur der richtige Ansprechpartner, weil mein Rat in diesem Moment einfach nur schnell verfügbar war?

Am Ende meiner auf dieser Weise endenden Ratschläge steht immer der bittere Beigeschmack des Scheiterns. Weil die meisten Menschen dann loslaufen und sagen… ach, wir haben ja das und das schon versucht, aber das hat nicht geholfen… nicht selten mit Nennung der ersten Quelle… Und die bin ich dann in diesem Fall…

Und diesen Schuh bekomme ich ganz unverdient übergestülpt, denn ich hatte ja gar keine Chance, den Rat oder die Situation erfolgreich zu verfolgen oder erfolgreich zu beenden.

Ich werde in eine Schublade der Ahnungslosigkeit gesteckt, in zweierlei Hinsicht.1. Ich habe keine Ahnung, was aus meinem Ratschlag geworden ist UND/ODER 2. ich hatte fachlich keine Ahnung – schön für den, der jetzt siegreich weitermachen und beenden darf, sehr zur positiven Bestärkung des Ratsuchenden.

Diese aufgedrückte Chancenlosigkeit macht mich unendlich traurig. Diese erzwungene Unterdrückung und die wissentliche oder unwissentliche Untergrabung meines Fachwissens. Und nicht zuletzt, das Ausgenutzt-Fühlen.

Ich finde es auch inzwischen echt respektlos mir gegenüber.

Anfragen wie, darf ich Dich mal was fragen… oder ich brauche Deine Hilfe… sind inzwischen mit keinen guten Triggern mehr belegt. Die Freude darüber, dass jemand meine Hilfe wünscht und dass ich helfen kann und darf, die ist inzwischen extrem stark eingeschränkt worden. Wozu? – kommt es mir dann leider inzwischen oft in den Sinn. Und diese Entwicklung finde ich unendlich schade.

Ich wünsche mir einfach etwas mehr Respekt. Respekt für mich, meine Zeit, meine Energie und mein Fachwissen. Denn das steckt alles auch in kostenlosen Ratschlägen.

Und nicht nur da…  Es steckt in meiner gesamten Arbeit als Trainier und Therapeut. Ein kritisches Hinterfragen ist natürlich wichtig und man muss auch nicht immer einer Meinung sein und man kann darüber dann aber bitte reden. (Du, das hat nicht geholfen, es wird immer schlimmer, was soll ich machen…; Du, das funktioniert für mich nicht so gut, gibt es andere Möglichkeiten…; Du, das ist jetzt so und so, was… oder wie…)

Wenn ich als Fachmann etwas sage oder anrate, tue oder empfehle, dann hat das Hand und Fuß und mein Herzblut, meine Energie, meine Zeit und mein Fachwissen sind ebenfalls enthalten, man bekommt sozusagen immer das komplette Paket. Mein Fachwissen wird ständig erweitert, mit viel Energie und ja, auch mit Geld und mein Fachwissen und ich haben es verdient, mit Respekt begegnet zu werden.

Warum gehen wir nicht mehr in den Tierpark?

Noch vor einiger Zeit haben wir regelmäßige Spaziergänge im Tierpark unternommen und haben dort Umwelt- und Sozialkompetenz in den verschiedensten Situationen geübt.
Der Tierpark eignet sich als Ort an sich dafür hervorragend, denn wo kommen solch vielfältige komplexe Situationen sonst auf alle auf einmal vor.

ABER ich persönlich kann den Besuch im Tierpark aus verschiedenen Gründen nicht mehr vertreten.

Ich möchte keine eingesperrten Tiere anschauen, die in viel zu kleinen Gehegen dahin vegetieren. Stolze Tiere, die sonst in der freien Wildbahn riesige Territorien inne haben, jagen, laufen, rennen…
Sie liegen, stehen oder laufen in ihren Käfigen oder engen Ausläufen und schauen mit traurigen leeren Augen und langweilen sich in Verhaltensauffälligkeiten… Pfleger verstecken Futter oder denken sich Spiele aus, um das einzugrenzen.

Und wir – wir flanieren mit unseren heiß geliebten und oft genug verwöhnten Haustieren arrogant an ihnen vorüber und begaffen sie – nur mäßig mitleidig oder mit nur mäßigem Mitgefühl. Denn wir sehen nicht das Leid dahinter, wir sehen nur, die Tiere da aktuell vor uns. Die Exoten, die es doch nur in fernen Ländern gibt oder die lustigen Otter, die lustig von einer Ecke des Miniteiches zu anderen rennen und bisschen tauchen können… Ist man gerade zur Fütterungszeit vor Ort kann man das lustige Fiepen hören, beinahe Geschrei, wenn die Dame mit dem Futtereimer kommt, der lieblos über dem Gehege entleert wird…

Wir machen uns nicht bewusst, was ihnen fehlt oder dass ihnen überhaupt etwas fehlen könnte.
Unsere behüteten Haustiere laufen während dessen an unserer Seite, hier wissen wir ganz genau, was sie brauchen, was sie mögen; wir lieben sie abgöttisch. Sie haben ein weiches Plätzchen, ihre Familien und höchstwahrscheinlich jede Menge Spaß und Auslauf, Spaziergänge, Training und tolles Fresschen.

Ich möchte und kann diese Diskrepanz nicht mehr ertragen und nicht mehr mittragen.
Von den Machenschaften der Zucht und Zuchtüberwachung und der Überpopulation, die dann eiskalt verfüttert wird, ganz zu schweigen.

Manche können das vielleicht verstehen und vielleicht sogar nachvollziehen, andere werden mich für vollkommen … halten.
Aber das ist meine Begründung dafür, dass ich kein Training mehr im Tierpark durchführe.

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Lernt endlich Eure Hunde lesen!!

Neulich stand ich in der Stadt an einem Ampelrückstau an und konnte mal wieder den ganzen menschlichen Irrsinn einer Hundebegegnung beobachten…

Zwei ältere Damen mit kleinen Hunden. Die eine mit einem Malteser und die andere mit einem Mops „bewaffnet“, in ca 5 oder 6 Meter Abstand voneinander gegenüber stehengeblieben, natürlich auf dem offenen Fußweg.
Der Malteser legte sich hinter Frauchen auf den Boden und ging keinen Schritt weiter.  Vermied den Blickkontakt wo er konnte.
Der Mops stand wie angewurzelt und hatte seinen Blick starr geradeaus auf den Malteser gerichtet.  Als sein Frauchen weiter gehen wollte, bewegte er sich keinen Zentimeter. Er war stocksteif und 5m größer.

Die beiden Frauchen waren wohl auf der Distanz ins Gespräch gekommen, denn beide kommunizierten lächelnd – es sah eher so aus in der Richtung: „Junge oder Mädchen“ – „Ach ja, dann können sie sich ja begrüßen“.
Denn beide sind nun, völlig ungeachtet der 3 Millionen Vokabeln ihrer Hunde, am an der Leiner zerren und den Hund zum Gehen zu bewegen.
Der Malteser wurde gezwungen mit kräftigem Zug auf der Leine (mit Halsband) aufzustehen und sich frontal auf den Mops zuzubewegen.
Der Mops seinerseits auch an Halsband und Leine,  wurde einer Statue ähnlich, denn immer noch stocksteif den Malteser fixierend in Richtung diesem gezogen.

Der Verkehr ging leider weiter, ich konnte also diese weitere Begegnung und den direkten Ausgang nicht zu Ende beobachten. Gott sei Dank, denn bei sowas könnte ich unvermittelt aus dem Auto springen und die Hundehalter an den Ohren durch die Gegend zerren… und mit dem Gesicht in die Vokabeln ihrer Hunde drücken…
Bildlich versteht sich – wer jetzt Kopfkino hat, das ist ok 😉

Aber um sich das Ende der Geschichte auszumalen gehört nun wirklich keine Phantasie. Diese beiden Hunde wollten sich „ganz bestimmt“ begrüßenUnd ich gehe jede Wette ein, dass es mindestens bei einem Hund dann bisschen Theater gab. Sollte das vielleicht nicht der Fall gewesen sein, dann haben, wie immer, beide Seiten aus der Begegnung gelernt und zwar nichts Gutes.

Der Malteser lernte, dass er trotz seiner Angst von seinem Frauchen in diese Situation gezwungen wird und er, egal was tut oder zeigt, nichts daran ändern kann, er MUSS den Mops begrüßen… Wenn er Glück hatte, brauchte er nicht bis direkt an dessen Nase.
Wenn er es noch nicht hat, wird sich bei ihm ein Begegnungsstress entwickeln, der unterschiedlich aussehen kann. Denn er kann kein Vertrauen zu seinem Frauchen haben und muss diese Sache für sich selbst lösen, in dem er für sich selbst Bewältigungsstrategien findet, die ihn innerlich erleichtern.

Dem Mops geht es ähnlich. Er hat auch sein Gegenüber nicht ohne Grund fixiert. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist auch er kein großer Begegnungskünstler. Nicht jeder Hund, der sich steif macht und fixiert, ist dominant. Das ist eh eigentlich bei 99% dieser Fälle so – man kann also davon ausgehen, dass auch der Mops eher aus Unsicherheit oder gar Angst so reagiert hat. Er wird bereits Ähnliches des Öfteren erlebt haben, denn auch sein Frauchen registrierte nichts von seiner deutlich sichtbaren Körpersprache. Auch er wurde in diese Distanzverringerung gezwungen, obwohl er es mit Sicherheit auch nicht wirklich wollte. Auch hier könnte ein Begegnungsstress bereits bestehen oder sich dann durch so etwas entwickeln. Oder die ganze bereits sichtbare Reaktion war bereits eine Folge von Begegnungsstress.

Also ich gehe ja aus Prinzip beim Einkaufen als Erstes in den Aldi rein und umarme jeden Menschen freudig, der sich dort befindet, erkläre ihm, wie toll der Tag ist und dass ich jetzt auch hier einkaufen werde…  Macht Ihr das etwa nicht… Warum?? Ist doch ganz normal…  Verstehe ich nicht… Ich muss doch als hoch sozialisiertes Lebewesen JEDEN Artgenossen, der mir begegnet freundlich freudig begrüßen, heißt also im menschlichen Fall umarmen – ansonsten ist mein Einkauf doch völlig unhöflich – oder etwa nicht… oder auf der Straße, wenn mir einer entgegen kommt… ok – allerspätestens beim 3 Menschen hätte ich eine zu sitzen….  warum bloß. Dabei bin ich doch nur höflich und freundlich…

Abgesehen davon, dass wir das ja nun wirklich so nicht machen, da uns unsere persönliche Individualdistanz jeder Zeit bewusst ist und wir diese Wohlfühlzone IMMER bewusst wie auch unterbewusst einhalten, frage ich mich immer wieder, warum der Mensch es bei den Hunden nicht erkennt. Vor allem anerkennt. Warum müssen sich alle Hunde auf der Welt lieb haben und sich vor allem leiden können?
Ich sage immer meinen Kunden – ich liebe auch nicht alle meine Nachbarn…

Es ist soooo wichtig sich mit der Körpersprache seines vierbeinigen Freundes zu befassen. Den Hunden steht ALLES auf den Leib und ins Gesicht geschrieben, man muss nur hinschauen und es beobachten und deuten können. Es heißt Ausdrucksverhalten, Körpersprache und Kommunikation, weil es das Verhalten des Hundes erklären kann und zeigen kann, welches Verhalten folgen wird.
Es ist schon ein wenig aufwändig. Man muss lernen, seinen eigenen Hund zu beobachten und man muss üben, das Beobachtete zu deuten. Dann muss man das alles noch einordnen können und wissen was es bedeutet und was daraus folgt, wie sich der Hund verhalten wird und wie man selbst reagieren muss.
Ja sicher ist das ein Einsatz, aber ist man es nicht seinem Liebling schuldig, zu wissen was er fühlt, welche Bedürfnisse er hat und wie man diese bestmöglich erfüllen kann?
Dann muss man von ihm auch nicht verlangen, Dinge zu tun, die ihm widerstreben oder die ihm schaden oder gar Schmerzen, ob physisch oder psychisch, zufügen. Denn nichts anderes ist es, wenn man seinen Hund, ob bewusst oder unbewusst, in solche Situationen rammeln lässt, wenn es auch gleich aus Unkenntnis ist.

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(c) Ramona Noack, Tierzentrum Leuthen

 

 

Die Sache mit dem Futter-Schlingen…

Immer wieder höre ich von Hundebesitzern, dass Ihre Lieblinge so sehr schlingen würden.

Sie haben dann Angst, dass die Hunde sich verschlucken könnten und setzen alles daran, sie an dieser Art von Nahrungsaufnahme zu hindern. Das Fleisch wird klein geschnitten oder man investiert in einen aufwändig gestalteten Anti-Schling-Napf, den es inzwischen von findigen Entwicklern erfunden, in allen Formen, Farben und Materialien im Handel gibt.

Gehen wir doch mal ein paar Schritte in die andere Richtung unserer heutigen sehr engen Familienmitglieder, so werden wir feststellen, dass es sich beim Schlingen um einen ganz natürlichen Vorgang handelt.

Unser Hund ist ein Beutegreifer. Das heißt, er erlegt die Beute und frisst sie auf. Er jagt nicht allein, Hunde würden, wenn sie könnten und dürften ebenso im Rudel jagen, wie ihre Vorfahren. Klar rennen unsere Fellis auch mal alleine los und folgen einer Spur oder hetzen auch schon mal, wenn sich die Gelegenheit bietet, aber das ist ja auch nur ein kleiner Bestandteil des kompletten Jagdverhaltens und endet eher selten in einer Vollendung.

Im Rudel gibt es da eine regelrechte Aufgabenverteilung. Ein bisschen nach Talent und so.

Und wenn nun so ein Hirsch bspw erlegt ist, dann macht sich das Rudel drüber her…. Echt mal – steht hier gesittetes Essen an – kauen und genießen?

Doch wohl eher nicht. Nicht nur, dass da nun echt keine Zeit für bleibt bei den ganzen Familienmitgliedern, dem Hunger und den eventuellen Konkurrenten, so ist auch das Gebiss unserer Hunde gar nicht darauf ausgelegt. Der Hund hat keine ausgeprägten Kau-Zähne. Er hat eher Reißzähne, die einfach dazu dienen, die Stücke aus der Beute zu reißen und dann auch ebenso einfach zu schlucken. Vielleicht mit den hinteren Zähnen ein-zweimal durchkneten, aber mehr auch nicht. Zermahlen steht bei den Zähnen unserer Hunde nicht direkt auf dem Programm.

Weiter geht’s mit dem Verdauungstrakt. Der ist beim Hund echt kurz geraten. Beim Hund ist er ca 1:6,8 und bei einem Pflanzenfresser, der richtig kaut im Leben ist er ca 1:23 … im Verhältnis zum gesamten Körper.

Der Magen ist allerdings recht groß, im Verhältnis zum Rest.

Dieser ist beim Hund darauf ausgerichtet in Schichten zu verdauen und stellt daher beim Eindringen des Futters jede Menge Verdauungssekrete und allerlei Helferleins zur Verfügung. Allein diese Tatsache entspricht ja dem Abschlingen großer Fleischbrocken. Viel Flüssigkeit für viel Material. Der Magen zermalmt damit dann alles und macht es fertig für den Darm, in den das Futter dann weitergeleitet wird, wenn der Brei eine bestimmte Partikelgröße erreicht hat.

Zermahlenes Futter, wie Gewolftes oder Kleingeschnittenes oder kleines Trockenfutter braucht nicht sehr lange, bis dieses Ergebnis erreicht ist. Die Folge davon ist, dass die bereitgestellte Menge an Verdauungsflüssigkeit einfach zu viel ist und übrig bleibt und beim Hund damit Probleme auslösen kann. Weitere Schwierigkeiten gibt es bei der Aufnahme von Vitaminen und Mineralien, die eine bestimmte Verdauungszeit benötigen und nicht zuletzt leidet das Sättigungsgefühl des Hundes darunter. Er hat einfach sehr viel schneller wieder Hunger, weil der Magen schon wieder leer ist. Beim Hund hängt das Sättigungsgefühl allerdings auch vom entsprechenden Nährstoffgehalt im Blut ab. Ging das alles recht schnell, konnten wie oben beschrieben, nicht ausreichend Vitamine und Mineralien aufgenommen werden.

Unser Fazit nun: Schlingen ist vollkommen normal und braucht Euch treusorgende Hundebesitzer nicht zu ängstigen. Lasst der Natur ihren freien Lauf. Wer barft, schneidet einfach nicht mehr allzu klein oder vermeidet weitestgehend gewolftes Material und einen Anti-Schling-Napf braucht kein Mensch – äh Hund. Hier wurde eher mit der Unsicherheit der Besitzer dem Stubenwolf ein Dollarzeichen in die Augen gemalt.

Ist der Hund wirklich mal zu schnell, dann würgt er es in aller Regel einfach wieder hoch und nimmt es eigentlich auch sofort wieder auf. Frei nach dem Motto, wer abrutscht darf noch mal. Wirklich ZU hastige Schlinger gibt es eher selten. Und wenn Euer Hund Eurer Meinung nach doch ein bisschen zu flott ist und sich dauerhaft verschluckt, dann gibt es Futter aus der Hand, Stück für Stück und dann muss er es beigebracht bekommen, wie das richtig geht.

Dem Magen und der Gesundheit zuträglicher ist auf jeden Fall der Seitenblick in die Natur.

© Ramona Noack, Tierzentrum Leuthen 2017

Die Sache mit dem Tütchen…

Neulich war ich mit einem Stand auf einer Messe und hatte ein bisschen Ware mit zum Verkauf. Was man halt als Hundehalter so braucht – Kauartikel, Leckerlis natürlich und auch ein paar Päckchen mit Hundetütchen – Grundausstattung eben – Ihr versteht…

Es kamen zwei Damen und schauten sich durch meine Auslage und kamen schlussendlich auch zu meinen Tütchen. Misstrauisch wurde alles beäugt und um- und umgedreht. Sagt eine zur anderen: schau mal Tüten. Die andere tritt näher und sagt, ach das sind doch keine Tüten.  Doch schau mal – macht das Päckchen auf und schaut noch näher und rein und zählt und wirft sie beinahe angeekelt wieder weg. Die andere sagt, siehste, da sind ja kaum welche drin. Guck doch mal auf die Anzahl. Die bekomme ich viel mehr viel billiger.

Meinen Einwurf, dass diese Tüten umweltfreundlich und selbstauflösend sind, wird mit einem abschätzigen Blick quittiert.

Zählt denn wirklich nur noch die Menge und so billig wie möglich?

Also das ist ja so eine Sache mit dem Tütchen…

Diese Begebenheit hat mich wirklich zum Nachdenken angeregt, denn was macht man da eigentlich. Sicher müssen die Häufchen irgendwie weg. Sie stören, sind unschön und verschandeln gepflegte Bürgersteige. Alles richtig. Sage ich ja gar nichts.

Aber hat mal jemand weiter gedacht?
Bei der Hundenotdurft handelt es sich um reines Naturprodukt.

Vollends und schnell biologisch abbaubar. Und das packt man in Plastik – Tüten und schmeißt es in den Müll, wo es gar nicht mehr abgebaut werden kann und der ja meistens auch noch mal in eine Tüte kommt…. Das ist also eigentlich genauso unsinnig wie eine Banane in Plastikfolie zu verschweißen – hat es ja im Supermarkt schon gegeben, am besten noch mit BIO – Siegel, damit es ganz sinnfrei wird.

Der Abbau einer Plastiktüte dauert so ca 400 Jahre… ein paar mehr oder weniger.

Sollte man da nicht ein bisschen mehr drüber nachdenken, als nur die Anzahl der Tütchen auf der Rolle in das Verhältnis des Preises zu setzen?

Natürlich gibt es die großen Rollen von namhaften Herstellern in pink und bunt und sogar mit Pfötchenabdrücken, mit Spender oder ohne, aber natürlich auch im praktischen Nachfüllpack. Klar sind die niedlich und billig und man versucht damit die Anwendung so angenehm wie möglich zu machen und auch Tütchenmuffel zu animieren welche zu nutzen.
Und in manchen Städten und Gemeinden wird ja schon das Mitführen von Tütchen kontrolliert und ein Nicht-dabei-Haben sogar ordnungsrechtlich bestraft.

Plastik gehört heute einfach überall dazu. Jede Branche hat ihr Tütchen.

Nun ist ja die Politik sogar darauf aufmerksam geworden, seit es mit dem Übrigbleibsel der abgelegten Tüten anfängt Probleme zu geben. In manchen Ländern wurden sie bereits verboten und in unseren Geschäften plädiert man auf schönen Schildchen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz und möchte nun inzwischen Geld für das Tütchen.

Sollte man also nicht auch an der Stelle über Nachhaltigkeit nachdenken, an der eine Tüte mit einem natürlichen Produkt nach einmaligem Gebrauch entsorgt wird, ohne Aussicht auf einen schnellen unschädlichen Abgang?
(c) Ramona Noack, Tierzentrum Leuthen 2017